Bringen wir es am Anfang doch gleich auf den Punkt: Erfolgreiche Kommunikation beginnt in deiner eigenen Gedankenstruktur. Hier musst du zuerst für Klarheit sorgen, wenn du dich deinen Mitmenschen effizient mitteilen möchtest. Denn ganz allgemein betrachtet, führen wir Gespräche meist aus folgenden Gründen:

 

Menschen kommunizieren miteinander, um eine bestimmte Absicht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

-Hobmair

 

Fehlen dir häufig die richtigen Worte?

Fühlst du dich häufig missverstanden oder fällt es dir schwer, dich in Gesprächen durchzusetzen und deine Ansichten, Standpunkte und Ziele klar zu definieren?

Dann lass dir als erstes von uns gesagt sein: Damit bist du nicht allein!

Sehr viele Menschen haben ein Problem damit, sich klar und deutlich mit ihrer Gestik und Sprache auszudrücken und darum ist es sehr wichtig, dies zu trainieren und sich mit einigen Grundlagen erfolgreicher Kommunikation vertraut zu machen.

 

Grundlagen der erfolgreichen Kommunikation

Darum möchten wir dir in diesem Artikel gern verdeutlichen, dass du in, für dich sehr wichtigen, Gesprächssituationen nicht kämpfen oder verstummen musst, wenn du glaubst, den Argumenten deines Gegenübers nicht gewachsen zu sein. Du musst nur wissen, mit welchen psychologischen Tipps und Tricks Menschen in ihre erfolgreiche Kommunikation starten und hierbei möchten wir dir auf den folgenden Seiten gern behilflich sein, damit du mehr Sicherheit entwickeln kannst, dich auf allen Ebenen auszudrücken und zeigen kannst, was und wer du wirklich bist!

 

Vorwürfe sind schlecht formulierte Wünsche.

– Martin Haberzettl

 

In Gesprächen, in denen wir nur noch von unseren Gefühlen gelenkt werden, können wir wirklich nicht mehr erkennen, wie wir zusammen zu einer Lösung gelangen können, weil unser Ego das Gesprächszepter in die Hand genommen hat und wir keinen Dialog mehr mit unserem Gegenüber, sondern einen Monolog mit uns selbst auf unserer Gefühlsebene führen.

Wir können in solchen Momenten nicht mehr klar denken und können keine erfolgreiche Kommunikation haben.

 

Ein guter Rat von Will Smith

Genau zu dieser Situation haben Will Smith und seine Frau Jada ein Interview gegeben. Sein Rat dort war:

„Das Beste ist, erst mal aus der Situation hinauszugehen, sich zu beruhigen und dann erst mit seinem Partner oder einer anderen entsprechenden Person wieder zu reden, wenn man tatsächlich kommunizieren kann. 

Denn wir kommunizieren nicht miteinander, wenn wir verärgert sind. Dann will man den anderen nur fertig machen.

Statt es mit dir selbst auszumachen und zu schauen, warum du selbst gerade so reagierst, projizierst du deine Gefühle auf deinen Gesprächspartner. 

Du schiebst so auch die eigene Verantwortung von dir. Du möchtest durch deine Reaktion nicht die Verantwortung für dein Fühlen und deine Stimmungslage übernehmen, provozierst lieber einen Streit und nimmst eine schlechte Beziehung in Kauf, statt dich mit dir selbst auseinander zu setzen und hier mit dir in den Dialog zu treten. 

So erschaffst du dir nur noch mehr Probleme.

Außerdem kannst du das gesagte nicht mehr zurücknehmen.

Also, unterbreche erst mal das Gespräch, wenn du merkst, du wirst unsachlich, laut oder beleidigend.

 

Zieh dich zurück.

Sammle deine Gedanken.

Reflektiere dich selbst, indem du dich zum Beispiel fragst: „Worüber bin ich so wütend? Wo liegt die Ursache für mein Gefühl?“

Und komm erst zurück, wenn du ruhig, zentriert und friedlich bist, um objektiv das Gespräch weiter führen zu können.

 

 

Außerdem gab er noch den Tipp:

„Ich plante im Voraus, was ich sagen würde, wenn es zu einer Auseinandersetzung kommen würde.

Ich hatte Standardsätze, die ich dann sagte, wie zum Beispiel:

 

Sätze für Streitgespräche

Oder:

„Gerade kann ich jetzt nicht nett sein, du musst mich erst mal gehen lassen. Wenn ich wiederkomme, werde ich in dem Zustand sein, mit dem ich wieder rücksichtsvoll und klar mit dir reden kann.“

 

Seine Frau Jada sagte in solchen Momenten manchmal auch einfach zu ihm:

„Ich gehe, bevor ich dir den Kopf einschlage. Bis gleich.“ ?

 

Sei empathisch mit deinem Gesprächspartner

Um erfolgreiche Kommunikation zu betreiben, müssen wir uns also auf unseren Gesprächspartner einlassen. Es darf uns nicht egal sein, was der andere empfindet und was ihm wichtig ist. Zuzuhören und empathisch zu fühlen, was für ihn und uns gerade wichtig ist. Wir müssen uns einig werden oder Kompromisse schließen und oftmals müssen wir ein Thema oder die Beziehung auch ganz neu definieren und mal ganz anders reagieren.

Wir müssen erkennen, dass wir uns sonst oft selbst etwas vormachen und  nicht ehrlich sind.

Es lohnt sich dieses Interview anzuschauen. Es kann die Augen öffnen und das Bewusstsein erweitern und zeigt vortrefflich, was erfolgreiche Kommunikation auch bedeuten kann, vor allem im privaten Bereich.

Hier findest du das ganze Interview:

RED TABLE TALK Part 1

RED TABLE TALK Part 2

 

Einfache Hacks für eine erfolgreiche Kommunikation

Bei erfolgreicher Kommunikation geht es auch darum, zu lernen seine Perspektive zu wechseln. Sich auch einmal in sein Gegenüber hineinzudenken, empathisch zu hören und zu kommunizieren. Versuchen zu verstehen, aus welchem Blickwinkel der Andere die Dinge betrachtet.

Denn die Perspektive macht den Unterschied!

Gemäß dem Prinzip: Ich sehe was, was du nicht siehst und umgekehrt genauso.

Durch Selbstreflexion kannst du sehr schnell Konflikte klären.

Frage dich immer zuerst selbst:

  • Welche Bedürfnisse und Wünsche habe ich oder mein Gesprächspartner?
  • Was will ich vom anderen wirklich?
  • Wovor fürchte ich mich?
  • Was will ich auf gar keinen Fall?

Es hilft auch häufig in einem sehr aufgeheizten Gespräch, immer öfter mal keine Retourkutsche zu geben, sondern einfach nur mal mit zwei Silben zum Beispiel auf Unverschämtheiten zu reagieren.

Will dich jemand ärgern oder geht dir eine Person mit ihrem Gerede auf die Nerven, sag so etwas wie:

  • Ach was!
  • So so!
  • Aha!
  • Oder 
  • Schau an!

Reagiere mit Gelassenheit, einem leichten Erstaunen und dann wende dich entweder anderen Menschen oder neuen Situationen zu.

 

Alles, was wir hören, ist eine Meinung – keine Tatsache.

Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive – keine Wahrheit.

- Marcus Aurelius

 

T-H-I-N-K ?

Halte dich an dieses Prinzip und erfolgreiche Kommunikation wird dein Leben begleiten und dir selbst zur Selbstverständlichkeit werden:

Before you speak…

T-H-I-N-K!

T – is it true?  --> Ist das wahr?

h – is it helpful?  --> Ist es hilfreich?

i – is it inspiring?  --> Ist es inspirierend?

n – is it necessary? --> Ist es notwendig?

k – is it kind?  --> Ist es nett?

 

Dein „Kopfkino“ kann vieles erschweren, blockieren oder manchmal auch zerstören. Sei dir bewusst, dass deine Fantasie und die Realität oft unterschiedliche Wege gehen.

Lerne deine Bedürfnisse in der Ich-Form zu kommunizieren, statt Vorwürfe zu machen.

Beispiel:

Negativ: „Du bist nie zu Hause.“

Positiv: „Ich wünsche mir mehr Zeit mit dir.“

Formuliere deine Sätze in Ich-Botschaften und nicht in Vorhaltungen und Provokationen.

 

Hier noch ein paar allgemeine Gesprächsregeln für dich, um erfolgreiche Kommunikationen zu generieren und vor allem zu fördern:

 

  • Erteile einen Rat nur auf ausdrücklichen Wunsch und wenn du persönlich darauf angesprochen wirst.
  • Versuche nur für dich zu sprechen und nicht für einen anderen.
  • Verhalte dich höflich und fair.
  • Rede mit, aber nicht über anwesende Personen.
  • Höre zu und rede erst, wenn dein Gesprächspartner seinen Satz beendet oder seine Sicht der Dinge komplett geschildert hat.
  • Vermeide Beleidigungen, Urteile oder Unterstellungen.
  • Respektiere die Meinung der anderen.
  • Jeder darf seinen Standpunkt äußern und begründen.
  • Fasse dich so kurz wie möglich, Ausschweifungen und lange Umschreibungen sorgen nur für Verwirrungen und lenken vom Kern des Gesprächszieles ab.
  • Jeder darf Redebedarf anmelden und wird auch gehört.

 

Das unpassende Sprichwort

Falls du es mal wieder mit überheblichen und provokanten Personen in deinem Alltag zu tun bekommst, finden wir diese Methode sehr hilfreich und voller Leichtigkeit. Wir können uns gut vorstellen, wieviel Spaß es machen kann, in einer angespannten Situation mal so unerwartet und verwirrend zu antworten und den anderen dadurch eventuell in seinem eigentlichen Tun auszubremsen.

In dem Buch "Judo mit Worten" von Barbara Berckhan sind wir auf eine freche Strategie namens "Das unpassende Sprichwort" gestoßen.

Ihr Prinzip lautet: Verwirrung stiften. ?

Bei dieser Strategie antwortest du auf einen verbalen Angriff mit einem Sprichwort. Allerdings nimmst du ein Sprichwort, das überhaupt nicht zu dem passt, was dein Gegenüber gesagt hat.

 

Ein Sprichwort, das in dem Gesprächszusammenhang keinen Sinn ergibt

Jemand sagt beispielsweise zu dir: „Du redest ja mal wieder absoluten Blödsinn.“

Und du antwortest darauf: „Ja, wie meine Oma immer schon sagte: Morgenstund hat Gold im Mund.“

Oder auf einer Familienfeier sagt jemand zu dir: „Das Kleid hast du ja auch schon sehr lange. Es hat dir früher schon nicht gestanden.“

Und du antwortest heute ganz seelenruhig, weil du dieses Mal auf die verbale Attacke vorbereitet bist: „Du kennst doch sicherlich das Sprichwort: Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

Wahrscheinlich sind dann erst mal alle still, wahrscheinlich sichtlich irritiert und werden fragen: „Der frühe Vogel fängt den Wurm? Versteh ich nicht? Was redest du da?

Und du sagst zum Abschluss einfach nur: „Denk mal drüber nach: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Da ist doch was dran.“

So neutralisierst du die Kraft des Angriffs. Es gibt nichts zu verstehen, aber du verrätst es nicht.

Das unpassende Sprichwort ist vergleichbar mit den Haltegriffen aus dem Judo und Aikido. Dabei wird der Angreifer so gehalten, dass er seine Angriffe nicht fortsetzen kann. Beim unpassenden Sprichwort wird der Angriff durch die Verwirrungstaktik neutralisiert.

Das Einzige, was du brauchst, sind ein paar unpassende Sprichworte, um eine erfolgreiche Kommunikation zu haben.

 

Fazit:

Abschließend bleibt zu sagen: Es gibt viele Möglichkeiten erfolgreiche Kommunikation zu pflegen, einzuüben und dann auch umzusetzen, doch im Grunde geht es auch hier darum, bewusst und empathisch zu sein. Achte deine Bedürfnisse und die deines Gesprächspartners, bringe sie mitfühlend zum Ausdruck und wechsle auch immer mal wieder deine Perspektive, denn eine Münze hat immer zwei Seiten.

Wie ein altes chinesisches Sprichwort schon sagt:

 

Es gibt drei Wahrheiten:

Meine Wahrheit, deine Wahrheit und die Wahrheit.

 

Und Ernst Jünger wies irgendwann einmal darauf hin:

Ein gutes Gespräch ist ein Kompromiss zwischen Reden und Zuhören.

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